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Doppelstern Bootes 44 jetzt beobachten!
#1
Hallo Beobachter, 
nach meiner gestrigen Beobachtung und heutiger Recherche möchte ich euch diesen schönen Doppelstern zur Beobachtung empfehlen!

Der Doppelstern 44 Bootes oder auch i Bootes

https://de.wikipedia.org/wiki/44_Bootis

steht aktuell gegen Mitternacht nahe dem Zenit. Seine orangene Farbe ist auffällig und aufgrund seiner Helligkeit ist Er gut zu finden.
Das Paar ist fast gleichhell mit 5,8 und 6,4mag. Im Erscheinungsbild recht ähnlich wie epsilon Lyra, der auch für kleine Geräte gut geeignet ist.

44 Bootes hat aktuell einen Abstand von 0,84" ! Den Wert hat mir Christoph aus seinen Unterlagen gesucht und mitgeteilt.
Durch die Lage nahe dem Zenit und der fast gleichen Helligkeit ein wunderbarer Prüfstern.

Im 7" Apo war bei 185x nichts von einem Doppelstern zu erkennen, außer vielleicht dem Gefühl, da stimmt etwas nicht Sad 
Der Wechsel auf ein 4mm Okular mit folglich 370x zeigte dann das Sternpaar mit Luftspalt getrennt. Bei Seeing war der Doppeltstern sofort weg, in ruhigen Momenten dagegen eindeutig und klar sichtbar. Im 8" Apo bei 250x keine Trennung möglich, bei 500x wurden die Beugungsbilder der Einzelsterne schon zu Flächen aufgeweitet. Die Trennung war sehr ähnlich wie bei 7", die Vergrößerung allerdings deutlich höher und damit schlecht vergleichbar.

Für 6" Geräte sollte sich der Doppelstern als "8" zeigen, vermutlich mit gerade berührenden Komponten. Mit 5" erwarte ich mindestens einen länglichen Stern, vermutlich mit erkennbarer Einschnürung.
Die Vergrößerung sollte aber mindestens auf 300x oder besser höher angesetzt werden für eine erfolgreiche Sichtung.

Warum jetzt beobachten?
-Weil die Lage gerade ideal ist
-Weil der Doppelstern 2020 mit 0,24" nicht trennbar war und bereits 2030 mit jenseits von 1,5" Abstand nicht mehr so schön am Limit für Öffnungen von 6" bis 8" liegt.

Über Eure Beobachtung zu Lesen würde mich freuen, ob nun erfolgreiche Trennungen oder auch keine Trennung beobachtet wurde. Interessant dabei, wie sich Spiegelteleskope hier zeigen.

Besten Gruß
Ralf
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#2
Hallo,
meine Quelle für Doppelsterne ist die italienische Seite:
https://www.stelledoppie.it/index2.php

Und im Speziellen der Eintrag zu 44 Boo:
https://www.stelledoppie.it/index2.php?iddoppia=61627

Selbstredend: 44 Boo steht auf meiner Liste des nächsten klaren Abends! Smile
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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August (31.05.2026)
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August (31.05.2026)
#3
Hallo,
kling super interessant, da ich im vergangenen Jahr schon mal einige Doppelsterne fotografiert habe werde ich diesen auf meine Liste setzten.
Sollte in dieser Woche das Wetter mitspielen werde ich das mal mit meinem Newton probieren, wenn nicht muss ich noch etwas warten bis ich wieder mobil bin.
Grüße und CS 
Klaus
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August (31.05.2026)
#4
Hallo,
44 Boo mit 180 mm EDT, f=1620 mm, QHY5III678M bei Gain=99 und 1,6ms Belichtungszeit, aus ca. 40.000 Bildern nur 4% genommen, 3-fach gestackt in Autostakkert, leicht angeschärft mit AstroSurface bei mäßigem Seeing:

   

PW ca. 220°, Rho ca. 0,8"
Visuell wunderschön mit "Luft" getrennt, mit doppelten Beugungsringen, die sich leicht berührten bei ca. 460-fach wunderschön anzuschauen in ruhigen Seeing-Momenten.  Angel
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#5
   
   
   
Hallo,
heute 44 Bootis mal angefahren und mit verschiedenen Belichtungszeiten getestet.
Leider kann ich mit meinem Newton die beiden Sterne nicht trennen.
Brennweite 1000mm /Asi533Mcp  3s 10s und 30s Einzelbilder
Grüße Klaus
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#6
Hallo,
da ich vorgestern Planeten fotografierte (Jupiter, Venus, Merkur) konnte ich meinen Maßstab jenseits von Brennweite und Pixel bestimmen. Mit der 3-fachen Stackingmethode komme ich auf 0,081" pro Pixel. Das ist zwar gnadenlos im oversampling, aber anders gibt es nur einen unaufgelösten Doppelstern. Regel für Doppelsterne ist da gleich mit Planetenaufnahmen: mindestens f/10, am besten f/15 oder f/20. Letzteres und Vorletzteres war gestern aufgrund des Seeings nicht sinnvoll. 
Newtonteleskope sind da eindeutig im Nachteil.

Belichtungszeiten müssen auch wie bei Planetenvideos gewählt werden: so kurz als möglich und vor allem Ausbrennen vermeiden! Das hatte bei mir geheißen: 1,6 Millisekunden oder noch weniger! 

Bei der Auswertung kam ich auf gutmütig mindestens 12 Pixel Abstand in meinem Bild. Das sind 0,97" und keine 0,84"! Die Differenz ist schon erheblich zu den Tabellenwerten auf stelledopie! Will heißen: selber messen macht schlau! - oder nochmal messen! Wink


@ Klaus
Schöne Übersichtsbilder von 44 Boo!
Viele Grüße
Christoph

https://www.klostersternwarte.de
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#7
Super Ergebnisse und Rückmeldungen zum Aufruf!  

Danke sehr Big Grin

Dass die Trennung bei Christoph fotografisch so gut gelungen ist, hat mich schon überrascht.

Das notwendige Sampling wir anhand der Bildern deutlich. Visuell sind ja ebenfalls gut 300x notwendig um das Paar ordentlich zu trennen. 
Bei 200mm Öffnung würde das 0,66mm Austrittspupille entsprechen. Bei 1000mm Brennweite sind da schon 3,4mm Okularbrennweite angesagt. 
So ein Okular habe ich von der Firma Vixen als 3,4mm HR Version - Vixen High Resolution. Gibt es Neu nicht mehr zu kaufen, sind seltene und wirklich tolle Teile, welche bei Sammlern sehr gefragt sind.
Solche Brennweiten sind schon eher unüblich und eine brauchbare Barlowlinse wird hier auch gute Dienste leisten. Die langbrennweitigen Optiken verlangen nicht nach solche Exoten und mein großer Apo mit 2000mm genügt sich hier mit noch gängigen 5mm oder 6mm Okularen. Ein C8 hat die gleiche Brennweite, was für diese Aufgabe auch passen würde.

Bei Newtons oder anderen Optiken mit Spikes muss der Positionswinkel beachtet werden, sonst geht der Doppelstern in den Spikes unter.

CS
Ralf
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Abiroth (07.06.2026), Florian B. (06.06.2026)
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#8
Hallo,

Inspiriert von Ralfs Bericht nutze ich letzte Nacht unter anderem mich an i bzw 44 Bootes mit dem 350 mm Dobson bei 320 x und 475 x zu versuchen. Ich konnte trotz leichten Seeing und darüber ziehenden Schleierwolken auf Anhieb das ca 0,9"enge Sternpäärchen trennen. Ein schöner Eindruck und ich war doch ein wenig überrascht über die gute Auflösung. Der relativ geringe Helligkeitsunterschied kam dem wohl zu Gute. Bei zeta Herkulis hatte ich bis jetzt keinen Erfolg. Hier macht es vermutlich trotz der größeren Separation von1,5" der größere Helligkeitsunterschied schwer.

Nach anschließend und nochmaligen Aufsuchen des Quasars 3C 382 in der Leier mit ca 14,3 mag und ein paar Sprünge in Wolkenlücken beendete immer mehr zunehmende Bewölkung den Beobachtungsspaß. 

Aber ein paar schöne Eindrücke blieben trotzdem.


Viele Grüße  Philipp 


"Das schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle"    Zitat von Albert Einstein 
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